Visuelle Modellierung beinhaltet die Bedeutung der zwei Begriffe:
Die Nützlichkeit von Modellen im Bauingenieurwesen und die Notwendigkeit der Einführung in der Informatik wurde bereits angesprochen. Visuelles Modellieren ist eine Möglichkeit, die Vorteile der Modellbildung für die Informatik zugänglich zu machen.
Modelle sind nützlich für das Problemverständnis, für die Kommunikation mit den Projektbeteiligten (Kunden, Experten, Analytiker, Designer, ...), für die Unternehmensmodellierung (Geschäftsprozeßmodellierung), die Vorbereitung der Softwaredokumentation, das Programm- und Datenbankdesign. Modellierung ermöglicht das bessere Verständnis der Anforderungen, ein exakteres Design und eine bessere Wartbarkeit des Systems. Sie sind Abstraktionen, welche die notwendigen Details eines komplexen Problems oder einer Struktur portraitieren, indem unwichtige Details herausgefiltert werden. Dadurch wird das Verständnis des Problems erleichtert.
Es gibt einige Anforderungen an die Verwendung von Modellen. Dazu gehören der Bau von Modellen unter Verwendung eindeutiger Notation, der Beweis, daß das Modell die Anforderungen an das System erfüllt sowie die stufenweise Transformation des Modells in eine Implementation.
Es werden Modelle komplexer Systeme gebaut, da solche Systeme nicht in ihrer Gesamtheit begriffen werden können. Es gibt Kapazitätslimits im Verständnis von Komplexität für den Menschen. In der Informatik kann man sich diese leicht durch das Ansehen des Quellcodes vergegenwärtigen. Es ist immer schwierig, ein Projekt als Außenstehender nachträglich zu verstehen, da der Quellcode nur geringe Informationen für eine globale Sicht auf das Projekt freigibt. Die Konstruktion eines Modells erlaubt es dem Softwaredesigner, das Projekt aus verschiedenen Blickwinkeln abzubilden und den Detailgrad entsprechend der Bedürfnisse zu wählen. Dadurch kann man die Komplexität verringern und wesentlich schneller einen Einstieg auch in große Projekte gewinnen.
Die in den folgenden Kapiteln beschriebene visuelle Modellierungsmethode basiert auf der Notation der Unified Modeling Language. Durch sie wird eine standardisierte Menge an grafischen Beschreibungsmitteln zur Verfügung gestellt.